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SPD Kreisfraktion

 

 

Archiv 2012

Weihnachtsfeier 2012

Es war eine ruhiges und besinnliches Fest. Es gab Wehnachtsstollen und musikalische Begleitung. Hans Peter Fischl bediente seine Drehorgel, es waren Weihnachtslieder und auch Melodien der Beatles zu hören. Die Gespräche folgten dem Motto „Kannst Du dich noch erinnern?” Ein turbulentes Jahr geht zu Ende ein spannender Wahlkampf erwartet uns 2013. Heinrich Mecke

 

Altengerechte Quartierentwicklung

Hans-Peter Knips Landesbeauftragter des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) sprach über die Vorhaben des Landes NRW um auf die erkennbare demographische Entwicklung eine zukunftssichere Antwort zu geben. Die bestehenden Strukturen in der Altenpflege können nicht erhalten werden, sie sind nicht bezahlbar.

In der Industrie und Landwirtschaft werden durch steigende Produktivität immer weniger Arbeitskräfte benötigt. Ordentliche Löhne können bezahlt werden. Diese Möglichkeit gibt es im Pflegebereich nicht. Langfristig wird es immer schwieriger Löhne zu zahlen, die Altenpflege oder auch Kinderbetreuung für qualifiziertes Personal interessant macht.

Der Pflegebereich ist seit 2003 Ländersache. In der Bundesrepublik gibt es16 Heimgesetze, eine Vereinheitlichung ist dringend notwendig. Betreuung bis zur Pflege kann nur ortsnah organisiert werden. Altersgerechtes Leben in vertrauter Umgebung muss ortsnah, also von den Kommunen, organisiert werden. Neben baulichen Voraussetzungen, wie barrierefreien Wohnen oder der Zugang zum öffentlichen Verkehr sind auch Einkaufsmöglichkeiten oder der Arzt und Apothekerbesuch zu bedenken. Nicht zuletzt gehören auch soziale Kontakte zur Voraussetzung um möglichst lange selbstständig leben zu können. Wohngemeinschaften zwischen Alt und Jung und auch zwischen Alten verschiedener Hilfsbedürftigkeit sollen gefördert und organisiert werden.

Es ist im Prinzip die Abkehr von großen Häusern. Wichtig ist, dass Senioren Eigeninitiativen entwickeln. Nur so ist es möglich verträgliche Beziehungen in einem passenden Umfeld zu entwickeln. Als Gast der Veranstaltung hat sich Martin Hensel aus Eckenhagen gemeldet. Seine Firma betreibt als externer Dienstleister das mhbüro und organisiert die Entstehung von Wohngemeinschaften. Neben den Verhandlungen mit Behörden sind auch finanzielle Probleme zu klären. In Eckenhagen ist z.B. eine Gemeinschaft demenzkranker Personen entstanden, die bei gegenseitiger Hilfe ein weitgehend selbstständiges Leben führen kann. 

Heinrich Mecke

 

Chefredakteurin der OVZ zu Gast

Die Redaktionsleiterin der Oberbergischen Volkszeitung, Uta Kristina Maul, berichtete. Die OVZ gehört zur Kölnischen Rundschau, hat zwei Redaktionsstandorte (Gummersbach und Waldbröl) und berichtet aus den neun Städten und Gemeinden Gummersbach, Wiehl, Bergneustadt, Waldbröl, Reichshof, Nümbrecht, Morsbach, Engelskirchen und Marienheide.

Die Zeitung finanziert sich durch Anzeigen sowie durch Abonnements und den freien Verkauf. Die OVZ besteht aus fünf Teilen, den so genannten Büchern. Im ersten Buch stehen Politik, Wirtschaft und Kultur. Das zweite Buch beginnt mit dem Sport, das dritte mit den Magazinseiten. Im vierten und fünften Buch sind die regionalen und lokalen Seiten untergebracht. In der OVZ entstehen pro Woche mehr als 40 Lokal- und Sportseiten, deren Artikel von 9 Angestellten und 15 bis 20 freien Mitarbeitern geschrieben beziehungsweise produziert werden.

In einer täglichen Redaktionskonferenz werden die Themen festgelegt, aber auch selbstkritisch Rückschau gehalten. Leserbriefe werden auf ihre Authentizität hin überprüft, das heißt, die Redaktion nimmt Kontakt mit dem Leserbriefschreiber auf und vergewissert sich, dass er den Leserbrief auch wirklich geschrieben hat.

Alle Leserbriefe gehen über den Schreibtisch von Frau Maul. Beschimpfungen, rassistische oder persönliche Verunglimpfungen werden nicht veröffentlicht. Anonyme oder unter falschen Namen formulierte Leserbriefe werden ignoriert. Elektronik hat die Übertragung von Nachrichten und den Druck der Zeitungsseiten beschleunigt, und so können aktuelle Ereignisse bis in die Abendstunden übernommen werden. Nach wie vor ist aber der Platz begrenzt, und so muss gelegentlich kurzfristig entschieden werden, was am anderen Tag berichtet wird. Wichtig wird das beispielsweise, wenn abends noch ein Großbrand ausbricht oder ein Unwetter über den Oberbergischen Kreis zieht. Das wird dann noch aktuell ins Blatt „gehoben“, andere Berichte fallen dafür raus bzw. werden erst einen Tag später veröffentlicht.

Für Geschichten, die auf der „Persönlich“-Seite im fünften Buch erscheinen, ist meist zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr Redaktionsschluss. Auf dem Vormarsch ist das E-Paper, also die Veröffentlichung der Zeitung in elektronischer Form (kann zusätzlich zur Printversion oder stattdessen abonniert werden). Nicht zuletzt dank Tablets wie dem iPad gewinnen E-Paper-Ausgaben zunehmend an Bedeutung. 

Heinrich Mecke

Von der Schützenburg zur Stadthalle

Rüdiger Goldmann, Ratsvertreter und einer von vier ehrenamtlichen Geschäftsführern der Unternehmung „Stadthalle“ berichtete. Die zunächst als Schützenburg gebaute Stadthalle ist 100 Jahre alt und hat die stürmische Geschichte dieses Jahrhunderts erlebt und erlitten. 1912 nach heftiger Diskussion und selbstlosen Einsatz von Robert Blume, dem Direktors der Volksbank, der seinen Einsatz für den Bau der Schützenburg mit der Entlassung als Direktor der Volksbank bezahlte, konnte die Finanzierung, auch mit Hilfe der Familie Steinmüller, gesichert werden.

Der Bau hat nach heutiger Sicht etwa 1 Million Euro gekostet. Bis 1927 war das Gebäude Eigentum des Schützenvereins. Es musste an die Stadt verkauft werden und die Schützenburg wurde zur Stadthalle. Seit 1984 steht die Stadthalle unter Denkmalschutz. Um die bestehenden finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen, wurde 1994 eine Trägergesellschaft aus Bürgerverein, Schützenverein, Gesellschaft zur Eintracht, Hexenbuschverein, VFL und der Stadt gegründet. Pächter, die versuchten haben eine Gastronomie zu betreiben, mussten meist nach kurzer Zeit aufgeben. Nachdem ein zugezogener Kölner Bürger wegen Lärmbelästigung geklagt und Recht bekommen hatte, konnten keine große Hochzeiten mehr gefeiert werden (wie u.a. bei Türken üblich) und auch andere fröhliche Feste waren nicht möglich.

Die Tanzschule Kasel, Pächter der gesamten Halle, erklärten, die Räumlichkeiten entsprächen nicht mehr ihren Anforderungen. Nach einer ersten Sanierung 1996-97 und der Schalldämmung 2005 bis 2008 wurde für 300 000 € der Anbau an der Robertstr. errichtet. Nach der Installation von Lärmschutzmaßnahmen kann auch wieder gefeiert werden. Die Tanzschule benutzt nur noch den Anbau, was Mietausfall bedeutet. 2011 konnten Fördermittel zur Konjunkturbelebung eingesetzt werden, um Schäden an der Fassade und am Dach zu sanieren. Wärmedämmmaßnahmen waren nicht zu finanzieren, da der Denkmalschutz sehr hohe Auflagen macht. Die Halle ist heute in einem guten Zustand und wird regelmäßig beim Schützenfest genutzt, aber auch andere Veranstaltungen werden durchgeführt, besonders im 100. Jahr der Stadthalle. Alle 14 Tage findet ein etwa 2-stündiger Gottesdienst der „Kirche für Oberberg“ statt.

Für eine wirtschaftliche Nutzung sind Jahreseinnahmen von 50 bis 60 000 € nötig. Es können Veranstaltungen mit etwa 800 Personen stattfinden. Die Miete pro Tag beträgt ca.1000 €. Die freie Fläche vor der Halle erleichtert Großveranstaltungen und ist sicher ein Pluspunkt. In Gummersbach gibt es einige konkurrierende Möglichkeiten. Das Bühnenhaus steht für Musikfeste zur Verfügung, die Halle 32 wird als Veranstaltungshalle ausgebaut, der Bau einer Sporthalle für den VFL soll auch für Veranstaltungen benutzt werden.

Durch die Einschaltung der Fa. Jaydee als Geschäftsbesorger steht eine Mannschaft zur Verfügung, die mit ihrer Erfahrung und den bestehenden Kontakten die notwendige Steigerung der Stadthallennutzung ermöglichen kann. Vielleicht ist es möglich, das in Zukunft das Management für alle Veranstaltungsräume in der Stadt von einer Stelle organisiert wird. Es werden weitere Anstrengungen nötig sein, um dieses traditionsreiche Gebäude Stadthalle (oder Schützenburg) langfristig zu erhalten. 

Heinrich Mecke

Wahl in NRW

Der überraschende Wahltermin in NRW war Anlass das weite Feld aktueller Politik anzusprechen. Es gab eine muntere und teilweise auch chaotische Diskussion. Plakate sind noch nicht fertig gedruckt und werden nächste Woche geliefert und aufgehängt.

Hannelore Kraft wird am 17. April ab 19 Uhr in Engelskirchen (Festsaal Dö-Stie-Bu) in Begleitung der SPD-Landtagskandidaten, Helene Hamelrath, Dr. Roland Adelmann und Thorsten Konzelmann, sprechen. Hannelore Kraft, die für Mindestlöhne eintritt, eine bessere Bezahlung der Leiharbeit fordert und auch die Studiengebühren abgeschafft hat, wird vorgeworfen unverantwortlich hohe Schulden gemacht zu haben. Schulden werden langfristig aufgehäuft und so ist es das Erbe der Regierung Rütgers, assistiert von der FDP, die für die Höhe der Schulden die Hauptverantwortung trägt, was gerne vergessen wird.

Das Gleichgewicht bei der Finanzierung staatlicher Aufgaben durch Steuern ist gestört. Kürzungen allein werden langfristig nicht ausreichen. Die zu bewältigenden Aufgaben sind gewaltig und da zukünftige Entwicklungen nicht vorhergesagt werden können, ist das Schlüsselwort Vertrauen.

Hannelore Kraft hat sich das Vertrauen in der kurzen Amtszeit als Ministerpräsidentin erworben und so ist ihre Wiederwahl wohl nicht gefährdet.

Das Gedicht von Günter Grass ist ein viel diskutiertes Thema und war auch Gegenstand kontroverser und auch emotional vorgetragener Meinung. Auch wenn die Kritik an dem Gedicht als überzogen eingestuft wurde, wurde die Form und der Inhalt als nicht vertretbar bezeichnet. Dagegen wurde eingewendet, dass nicht alle Juden Israelis sind und auch nicht alle Israelis sind Juden. Bei aller Ungenauigkeit der Argumente muss es möglich sein festzustellen, dass in dieser Region von allen Beteiligten gefährliche Spannungen aufgebaut werden.

Ein weiters Thema waren die junge und scheinbar rasant wachsende Partei der Piraten. Mit einiger Verwunderung wurde festgestellt, dass sie Defizite ansprechen, aber keine Lösungen anbieten können. Nach allgemeiner Beobachtung sind es in der Masse bisherige Nichtwähler die für den scheinbar unaufhaltsamen Stimmenzuwachs sorgen. Es ist gewiss eine diffuse Hoffnung, die davon ausgeht längerfristig irgendwie Lösungen anzubieten. 

Heinrich Mecke

Sicherheit für Senioren

Walter Steinbrech, Kommissar bei der Polizei des Oberbergischen Kreises, trug vor. In der Presse wird immer wieder berichtet, wie Senioren Opfer von Trickbetrügern oder Taschendieben werden. Die Vorgehensweise bei betrügerischen Aktionen war das Thema des Vortages.

Einladungen zu Kaffeefahrten sind beliebt, weil versprochen wird ohne finanziellen Aufwand an einem interessanten Ausflug Teilnehmen zu können. Die Veranstalter sind professionell organisiert und arbeiten planvoll daran die Mitfahrer zum Kauf der angebotenen Waren zu überreden. Im Bus sitzen Leute des Veranstalters „Animateure“ deren Aufgabe es ist Stimmung zu machen. Es wird von den fabelhaften Erfahrungen von ähnlichen Veranstaltungen des Anbieters, von der ausgezeichneten Qualität der angebotenen Waren berichtet. Sie wirken als „Eisbrecher“ und lockern die Stimmung auf. Die Versprechen kostenloser Beigaben sind von Juristen formuliert und es ist dann kaum möglich dagegen vorzugehen. Ein Beispiel: es wird ein Wäschetrockner angeboten. Es stellt sich dann heraus, dass es eine Wäscheleine mit einigen Klammern gemeint ist. Der Bus fährt in ein „Ausfallquartier, in der Regel eine einsame Gegend. Die Mitfahrer sind dem Verkaufspersonal ausgeliefert. Es wird auch mit Ängsten und Drohungen gearbeitet. Vitamintabletten sind „lebenswichtig“ und „unverzichtbar“. Man kann und darf auch nicht weiterfahren, wenn diese „großartigen“ und „günstigen“ Angebote nicht angenommen werden. Wenn man am Ende feststellen muss, dass Waren zu weit überteuerten Preisen gekauft wurden ist eine Reklamation nur selten mehr möglich. Es gibt auch seriöse Anbieter. Die Adresse des Veranstalters muss klar erkennbar sein, der Tagesablauf soll beschrieben sein, die Dauer der Fahrt ist bekannt zu geben, kritische Fragen dürfen nicht abweisend beantwortet werden, es darf kein Druck auf die Teilnehmer aufgebaut werden. Aktionen der Polizei scheitern oft an den Teilnehmern. In der Mehrzahl allein stehende ältere Frauen. Auch wenn es sich hinterher rausstellt, dass sie betrogen worden sind, nehmen sie das hin. „Es war ein interessanter Ausflug, das Geld ist dann nicht so wichtig“

Der Verkaufsversuch an der Haustür, der Überfall nach Geldabhebung bei der Bank, Die organisierte Bettelei auf der Straße, der Taschendiebstahl, der Betrug durch verkleidete Handwerker, der Betrug im Internet sind alles Bereiche, die dazugehören. Die Kaffeefahrt ist nur ein Beispiel. Gemeinsam ist bei all diesen Versuchen der Anschein von Seriosität der Aufbau von Vertrauen. Man sollte es grundsätzlich vermeiden allein zu verhandeln. Die Bitte einen vertrauenswürdigen Nachbarn als Zeugen dazu zu holen ist in vielen Fällen hilfreich. Betrüger verabschieden sich dann schnell. 

Heinrich Mecke

Angst im Alter

Frau Dr. Beate Baumgarte, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie berichtete. Angst gehört zum Leben. In bedrohlichen Situationen kommt es zu Adrenalin-Ausschüttung, die Muskelspannung wird erhöht, das Herz schlägt schneller, der Mensch kann schneller laufen. Eine Höhe von z.B. 3 m wird als bedrohlich wahrgenommen, während 3 m in der Fläche eine kurze Distanz ist. Der als bedrohlich empfundene Blick in die Tiefe gehört zu dem natürlichen Schutzmechanismus.

Angst ohne reale Gefahr kann zu erheblichen Einschränkungen führen und bedarf in vielen Fällen der Behandlung. Ängste nehmen im Alter zu. Eigene Erfahrungen und die Flut bedrohlicher Nachrichten bilden ein Gemisch, das ältere Menschen in eine Angstspirale treiben kann. Fahrstühle können nicht benützt werden, Rolltreppen sind tabu, Flugangst, Platzangst, Angst vor Kontakten setzen den Menschen zu. Auch die Angst vor sozialen Risiken, Sorgen um die Familie und um die eigene Gesundheit können zu erhöhten Herzschlag führen, Schweißausbrüche, zittern überfällt den Menschen.

Die Wohnung kann nicht verlassen werden, man schämt sich. Soziale Isolierung ist die Folge. In Fachkreise spricht man vom Sissi-Syndrom. Menschen haben, genetisch bedingt, einen unterschiedlichen Erregungsspiegel. Kinder lernen Gefühle über Vorbilder. Hier hat die Haltung der Eltern einen entscheidenden Einfluss. Erwachsene, die als Kinder in gefährlichen Situationen bei Flucht und Vertreibung Mütter erlebt haben, die überlegt und ruhig reagiert haben, geraten seltener in eine Angstspirale. Haben die Mütter ängstlich reagiert, überträgt sich das auch auf die Kinder. Sind Kinder einer gefühllosen Erziehung ausgesetzt, dann hat das erhebliche Folgen. Unbegründete Ängste können in vielen Fällen gut behandelt werden. Angst vor Spinnen, Mäusen oder ungiftigen Schlangen, Fahrstuhl oder Rolltreppenangst gehört dazu.

Zunächst ist es wichtig darüber zu reden. Gelingt es durch Umgang mit den Tieren oder Aktionen die Angst zu überwinden schüttet der Körper Endorphine aus und belohnt sich durch ein Glücksgefühl. Postdramatische Belastungsstörungen, können nach lebensgefährlich dramatischen Situationen entstehen. Im Augenblick der Gefahr reagiert der Mensch furchtlos und überlegt. Später kann es dann zu psychischen Störungen kommen. Eine Behandlung ist erforderlich. Hier hat sich die wiederholte Schilderung der Ereignisse als wirksam erwiesen. Die Geschichte wird langweilig und versinkt dann im Gedächtnis. 

Heinrich Mecke