SPD-Fraktion Gummersbach bei facebook

 


SPD Kreisfraktion

 

 

Archiv 2011

Weihnachtsfeier 2011

Heinrich Mecke, fleissiger Berichterstatter der AG 60plus Gumersbach hat Impressionen von der Weihnachtsfeier eingefangen. Bei dem gemütlichen Beisammensein habe man viele Geschichten aus alten Zeiten zu hören bekommen, „so wie das bei alten Leuten üblich sei,” berichtet Mecke schmunzelnd.

In der Evangelische Kirche Gummersbach

Erhard Lenz, ein Kenner der Kirche, berichtete. Die Kirche wurde um 900 von Mönchen aus Köln gegründet. Die Kirche war Mittelpunkt von 12 Bauernschaften.

In den umliegenden Dörfern entstanden zunächst Filialkirchen, die von der Mutterkirche Gummersbach betreut wurden. Sie waren an Gummersbach abgabepflichtig.


Mit wachsender Bevölkerung wurden die Filialkirchen selbstständig und gleichzeitig im 12. bis 13. Jahrhundert ausgebaut. Die Gummersbacher Kirche wurde von einem einschiffigen romanischen Saalbau zu einer dreischiffigen gotischen Kirche mit Querhaus und Chor ausgebaut.


Am Severinstag 1570 heiratete der Vikar Heinrich Gervershagen. Das war der offizielle Anlass zum Übertritt der Gemeinde zum evangelischen Glauben und galt als Signal für die Nachbargemeinden. Der Glaubenswechsel hat auch zu einer Umgestaltung in der Kirche geführt.


Die Zuordnung von Altar (Sakrament), Kanzel (Verkündigung), Orgel (Lobgesang) übereinander findet man vielfach in evangelischen Kirchen im Rheinisch-Bergischen Raum. Es wurde auch ein neuer Altar, eine barocke Kanzel und eine große Orgel eingebaut.


Um Sitzplätze für die größer gewordene Gemeinde zu schaffen wurden drei große Emporen eingebaut. Im Zusammenhang mit der Außenrenovierung von 1813 kam es auch zur Umgestaltung des Kirchhofs. Der traditionell an der Kirche liegende Friedhof wurde verlegt.


1894 -1900, Gummersbach erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, kam es zu der zweiten großen Renovierung. Der Zugang zu den 3 Emporen erfolgte von außen über 3 Treppentürme und der Haupteingang wurde ins südliche Seitenschiff verlegt. Die Familie Steinmüller stiftete bunte Glasfenster. Dort sind die Bilder der Reformatoren Luther, Melanchton, Zwingli und Calvin zu sehen.


Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die Kirche die dritte Renovierung. Die Emporen wurden abgerissen, die Treppentürme verschwunden, der Haupteingang wurde in den Turm verlegt. Es entstand ein barocker Altar, die Kanzel erhielt eine Neubemalung. Eine Bestuhlung ersetzte die langen Bankreihen im Mittelschiff. Die neu eingebaute Kirchenorgel ist von hoher Qualität. Anette Giebeler, die Organistin der Kirchengemeinde, hat mit einem Stück von Bach eine Probe diese Qualität geliefert.

Die Kirche wurde in fast 1000 Jahren vielfach umgebaut und verändert und ist ein lebendig gebliebenes Zeugnis Gummersbacher Geschichte.

Heinrich Mecke

Fotos: Horst Haas, Heinrich Mecke

 

Thema Energie - Christian Weiss berichtet

Christian Weiss, Kundenbetreuer bei der Aggerenergie berichtete. Strom kann nur mit indirekten Methoden, wie z.B. mit Pumpspeicherwerken, gespeichert werden. Wir sind inzwischen alle davon abhängig, dass Strom in hoher Qualität zuverlässig geliefert wird. Qualität ist an der Steckdose in Form von Spannung und auch Frequenz erkennbar. Der schwankende Verbrauch wird durch Zu- und Abschaltung von Kraftwerken geregelt. Atomkraftwerke haben bisher etwa 30% der Grundlast geliefert, sie waren demnach permanent im Einsatz. Bei schwankenden Spitzenbelastungen werden Gas-, Kohle oder auch Speicherkraftwerke eingesetzt. Sie müssen sofort Energie liefern können.

Traditionell wurde diese Technik, vom Kraftwerk bis zur Steckdose von Großkonzernen beherrscht. Brüssel hat die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes durchgesetzt. Es haben sich Strom- und Gashändler gegründet, die Strom oder Gas bei über die Strombörse einkaufen. Für den Transport bis zum Kunden müssen den Netzbetreibern für die Leitungsnutzung Entgelte gezahlt werden. Strom wird in der Strombörse in Leipzig gehandelt. Die Bundesnetzagentur in Bonn prüft die Preisgestaltung der Netzbetreiber für die Nutzung der Strom und Gasnetze.

Auch bei der Aggerenergie musste aufgrund der aktuellen Gesetzeslage der Vertrieb und das Netz getrennt werden. Durch die Trennung wurde es möglich, dass die Netze für alle Anbieter nutzbar sind.
Das Aggerenergie Strom- und Gasnetz wurde an die Rheinischen Netzgesellschaft in Köln verpachtet. In ihr sind die Netze der zur RheinEnergie gehörenden Gesellschaften zusammengefasst.

Bei der Lieferung von Gas hat es durch das Auftauchen neuer Lieferanten einige Änderungen gegeben. Zunächst gab es bei der Preisgestaltung für Gas die Ölpreisbindung. Der Aufbau von Gasleitungen über Kontinente hinweg erfordert riesige Investitionen. Die Beteiligten waren an langfristigen Lieferbedingungen interessiert. Durch moderne Abbautechniken ist es im großen Maßstab möglich Gas unabhängig von der Ölförderung zu gewinnen. Gas kann durch den Einsatz von Kälte und Druck verflüssigt werden. Im amerikanischen Kontinent ist inzwischen die Produktion über den Eigenverbrauch gesteigert worden. Großtanker liefern mittlerweile verflüssigtes Erdgas nach Europas. Die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis wird so unterlaufen. Gasgesellschaften, die z.B. langfristige Verträge mit Gas aus Norwegen abgeschlossen haben, können durch die Bindung an den Ölpreis in Schwierigkeiten kommen.

Langfristig ist wohl mit steigenden Gas-und Strompreisen zu rechnen. Durch die kurzfristig beschlossene Abschaltung der Atomkraftwerke muss die zuverlässige Lieferung elektrischer Energie durch andere Kraftwerke ersetzt werden. Gas gilt hierbei als hinreichend schnell aktivierbare Alternative. Es wird darüber hinaus der Import z,B. aus Frankreich, dessen Energiebedarf weitgehend mit Atomkraftwerken gedeckt wird notwendig werden.
Ein Wechsel des Anbieters von Strom oder Gas ist ohne Unterbrechung der Lieferung möglich. Es sollte aber genau geprüft werden welchem Anbieter der Zuschlag erteilt wird.
U.a. bieten einige Strom-u.Gaslieferanten günstige Energiepreise bei Vorauszahlung an. Bei einem Konkurs (ist schon vorgekommen) sind die im Voraus gezahlten Beträge verloren.

Heinrich Mecke

Wasserquintett und mehr

Wasserquintett, so wird das Projekt der Regionale 2010 im Nordkreis Oberberg genannt. Anke Vetter, stellvertretende Bürgermeisterin aus Marienheide, berichtete was den am Projekt beteiligten Kommunen und Institutionen eingefallen ist, um nach den Vorstellungen des Landes NRW etwas für die Entwicklung in dem ländlich geprägten Bereich zu tun.

Zum Oberbergischen hat mal ein Journalist geschrieben „Nichts als Gegend“. Es ist nach intensiver Beratung gelungen hier ein Stück wunderschöner Heimat für Besucher als Nah und Fern erlebbar zu machen.

Kernstück des Regionale 2010-Projektes "Wasserquintett" ist die Gestaltung eines Fahrradweges über die alte Bahntrasse entlang der Wupper, die zunächst als Wipper in Marienheide-Börlinghausen entspringt. Die Strecke ist weitgehend steigungsarm und leicht von wenig geübten Radfahrern zu bewältigen. Damit alle Radfahrer, Inline-Skater und Rollstuhlfahrer die Strecke nutzen können, sowie aus Kostengründen wurde die Strecke asphaltiert.

Das Wasserquintett hat seinen Namen durch die Wupper, die Bever-, Neye-, Lingese- und Brucher Talsperre erhalten. Von Marienheide, Wipperfürth, Hückeswagen und Radevormwald sind die beteiligten Kommunen.

die Vorsitzende Bruni Bermig bittet die stellvertretende Bürgermeisterin, noch ein wenig mehr über Marienehide zu berichten, Anke Vetter geht gerne darauf ein.

Marienheide ist Endstation der Regionalbahn nach Köln. Aus der näheren und weiteren Umgebung wird Marienheide gerne mit dem PKW angefahren um dann weiter den Zug nach Köln zu nehmen- also braucht Marienheide im Bereich des Bahnhofs Parkplätze, die auch noch geschaffen werden müssen. Der Kreistag Oberberg hat hier endlich Untzerstützung zugesagt.

Über Marienheide führt ein alter Pilgerweg von Leipzig bis Köln. Es ist die sogenannte Heidenstraße, wobei nicht klar ist ob die Namensgebung an Heide erinnert, die sich nach der Rodung ausgebrietet hat oder aber darauf hindeutet, dass über diesen Weg der Osten missioniert wurde. Es ist auch Industrie- Geschichte zu entdecken, Hier hat z. B. Zeiten Johann Walter 1620 eine Pulvermühle errichtet und Schießpulver bis nach Ostpreußen geliefert. Schwarzpulver war in kriegerischen Zeiten heiß begehrt. Angrenzend an Marienheide, in Wipperfürth-Ohl ist heute noch eine prachtvolle Villa zu sehen, die von der reich gewordenen Familie um 1800 errichtet wurde und heute das Pulvermuseum beherbergt.

Heinrich Mecke

 

Schulen und Kultur in Gummersbach – nicht nur eine Frage der Finanzen

Klaus Leesch, Gummersbacher SPD Stadtverordneter berichtete über die wichtigsten Vorgänge der letzten Zeit im Rat der Stadt in den Bereichen Schule und Kultur.

Der Bildungsstandort Gummersbach bietet 10 Grundschulen, zwei Gymnasien, zwei Realschulen, eine Hauptschule und eine Gesamtschule. Dem Kreis ist die Berufsbildende Schule für Ernährung-, Sozialwesen und Technik in Dieringhausen, die kaufmännische Berufsschule am Hepel und die Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung in Vollmerhausen zugeordnet.

Die Jakob-Moreno-Förderschule gehört zum Verband der Sonderschulen für Lernbehinderte. Die Fernuniversität Hagen betreibt ein Studienzentrum in Gummersbach. Die Fachhochschule Köln verfügt in Gummersbach über einen neu gebauten Campus auf dem Steinmüllergelände. Private Bildungseinrichtungen sind die Waldorfschule in Vollmerhausen und die Freie Christliche
Bekenntnisschule nahe der Stadtmitte.

Die demographische Entwicklung erfordert einige Änderungen in der Schulorganisation. Die Hauptschule Strombach wird daher mit der Realschule am Steinberg zu einer Verbundschule zusammengefasst werden. Nach heftiger öffentlicher Diskussion wird diese Schule am vorhandenen Standort Steinberg entstehen. Die Katholische Grundschule und die Gemeinschaftsgrundschule in Dieringhausen werden zu einem Grundschulverbund zusammengefasst.

Die Kultur in Gummersbach kann nicht allein durch Einnahmen finanziert werden. Weite Bereiche müssen von der Stadt unterstützt werden. Das ist aber zunehmend problematisch, da dieser Bereich nicht zu den Pflichtaufgaben der Kommune gehört. Für die Bibliotheksnutzung musste sogar eine moderate Preiserhöhung durchgeführt werden, bei der allerdings die Probleme
finanzschwacher Familien besondere Berücksichtigung fand.

Die SPD-Fraktion will in dieser Legislaturperiode dem Kulturbereich besondere
Aufmerksamkeit widmen, damit die Nutzung der rekonstruierten und neu eingerichteten Halle 32 nicht zu Lasten der anderen Kultureinrichtungen geht und gleichzeitig diesem neuen Domizil des Bruno-Goller-Hauses ein guter Start ermöglicht wird.

Heinrich Mecke

 

Im Drehorgelmuseum Marienheide-Kempershöhe

in Besuch in der Drehorgelmuseum in Kempershöhe bei Marienheide stand auf dem Programm. Das Museum wurde in einer ehemaligen Evangelischen Kirche installiert, die ein Nachkriegsbau ist. Nachdem die evangelischen Flüchtlinge aus der katholisch geprägten Gegend fortgezogen sind, da es vor Ort zu wenig Arbeitsplätze gab, wurde die Kirche aufgegeben und das Drehorgelmuseum installiert.
Dr. Ullrich Wimmer der in seiner Freizeit das Museum pflegt und betreut und auch einige Instrumente europaweit gesammelt hat, berichtete. Die Geschichte der Drehorgel ist auch ein Stück Sozialgeschichte. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) zwischen Österreich und Preußen waren die Kriegführenden Länder finanziell ausgeblutet. Maria Theresia hat Kriegsinvaliden die Lizenz für öffentliche Aufführungen mit der Drehorgel erteilt, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Preußen hat diese Methode kopiert wobei nur ein Verleiher Orgeln besitzen durfte. Der Verleiher hat dann lizenzierte Invaliden auf die Strasse geschickt. Der Orgelmann bekam 1/6 der Einnahmen der Verleiher 5/6. Man kann in diesem Zusammenhang die Orgel als „Bettelinstrumente“ bezeichnen. In der Regel hat die Orgel 8 Stücke. Dazu gehört ein Kirchenlied, ein Marsch und auch für den Trauerfall wurde gesorgt.

In Frankreich war die Drehorgel Saloninstrument. Neben einfachen Melodien gibt es auch klassisches zu hören. Auch in Amerika sind Orgeln aufgetaucht es wurden Stücke amerikanischer Komponisten gespielt. 1891 hat z. B. Paul Linke eine neue Komposition zuerst auf einer Drehorgel ausprobiert und sie erst wenn das Publikum hinreichend interessiert war, die Komposition drucken lassen. Felix Mendelssohn Bartholdi, Richard Wagner und andere Komponisten haben es durchaus zu schätzen gewusst, wenn Teile ihrer Kompositionen von Drehorgeln wiedergegeben wurden.
Auch andere Musikautomaten in vielfältigen Formen und Größen sind im Museum versammelt. Die aufwendig restaurierte Fassade der Kirmesorgel aus der Werkstatt der Gebr. Bruder gehört zu den Glanzstücken. Dr. Ulrich Wimmer hat sie in Sachsen ausfindig gemacht und konnte sie erwerben. Die originale Mechanik wurde nach 1945 von russischen Soldaten mitgenommen, sie waren nur an der Musik interessiert.
Drehorgeln sind laut – sie sollten aus der Ferne gehört werden. Es kam auch vor, dass es dem Publikum einfach zu viel wurde. Moritz Kässmeyer (1831-1884) hatte mit seiner Ballade in der ein Ritter sein Ehegespons zu Tode leyern ließ einen erheblichen Publikumserfolg.

Der Besuch des Museums lohnt sich. Es kommen auch Besucher aus fernen Ländern und lassen sich ein Stück in die Geschichte über Tonträger entführen.

Heinrich Mecke

Frühlingsfest

Bei Kaffee und Kuchen saß man gemütlich plaudernd beieinander...