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SPD Kreisfraktion

 

 

Archiv 2010

Weihnachtsfeier 2010

Leider mußte die Weihnachtsfeier am 9. Dezember wegen des schlechten Wetters ausfallen. Dafür gibt es im März ein Frühlingsfest!

Im Januar war die Seniorenberaterin der Stadt Gummersbach, Frau Stroetmann, zu Gast. Sie informierte über die Wichtigkeit einer Vorsorgevollmacht, klärte die Teilnehmer auf und ließ Formulare verteilen.

Helga Auerswald, stellv. Fraktionsvorsitzende berichtet aus dem Rat

Die Finanzen der Stadt waren das Thema der Veranstaltung. Es berichtete die stellvertretende Vorsitzende der SPD Ratsfraktion, Helga Auerswald. Es ist ein Algemeinplatz, dass Kommu-nen finanziell in großen Schwierigkeiten stecken. Der konjunkturelle Einbruch aber auch die Steuerpolitik der letzten Jahre kann als Ursache benannt werden kann. Die Entlastungen haben nicht den erhofften Wirtschaftszuwachs erbracht.

Helga Auerswald beschrieb die Konsequenzen dieser Situation. Der Haushalt ist in der vor-liegenden Form nicht genehmigungsfähig. Das kalkulierte Defizit beläuft sich auf 11,7 Mio. €. Die wichtigste Einnahme ist die Gewerbesteuer, die sich 2009 und 2010 halbiert hat. We-gen der konjunkturellen Erholung rechnet die Stadt für 2011 mit 20 Millionen Gewerbesteuer. Zu den Einnahmen gehören auch 19 Millionen Schlüsselzuweisungen. Ein weiterer Einnahmeposten sind Grundsteuer, Hundesteuer und die Vergnügungssteuer.

Das Eigenkapital der Stadt, -Grundstücke, Gebäude, und so weiter-, war einmal 112 Millio-nen € wert. Er schmilzt dahin, wie sich Helga Auerswald ausdrückte, weil die Stadt versucht durch den Verkauf Einnahmen zu erzielen. 2014 werden diese Werte auf 15,6 Mio.€ geschrumpft sein. Einsparungen wären nur im Bereich der freiwilligen Ausgaben möglich, die von der Genehmigungsbehörde bei 1,75 Mio. € limitiert wurden. Kurz es ist der Bereich, den man als Lebensqualität einer Stadt bezeichnen kann, wie der Sport, die Kultur, die Volkshochschule. Auch Schönheitsreparaturen“ wozu auch kleinere Straßenschäden zählen, gehören nicht zu den Pflichtaufgaben.

Für die Jungendhilfe sind 5,4 Millionen € eingeplant. Die Zahl der Kinder in unzumutbaren Familienverhältnissen hat zugenommen. Die Unterbringung in einem Heim kostet pro Kind 50 000 € im Jahr. Es wird versucht die Kinder, mit unterstützender Hilfe des Jugendamtes, möglicht in den Familien zu belassen. Das ist in manchen Fällen zielführender, erfordert aber größeren Personalaufwand. Die Betreuung für Kleinkinder (U3) befindet sich in der Ausbau-phase. Für das Kinderbildungsgesetz, kurz KiBiz, ist eine völlig unzureichende Personalaus-stattung eingeplant. Da muss dringend nachgebessert werden. Die neue Landesregierung hat das erkannt und wird im kommenden Jahr eine neue Regelung in den Landtag einbringen. Bewährt hat sich das Konzept der Tagesmütter. Es können 3 bis 5 Kinder pro Tagesmutter betreut werden. Die Elternbeiträge für einen KiTa-Platz decken 17% der Kosten.

Als Kreisumlage sind bisher von Gummersbach 25,61 Mio. € zu zahlen. Jeder Prozentpunkt kostet Gummersbach 550 000 €. Es ist möglich, dass der bisher geltende Satz von 3% erhöht wird. Für Personalkosten sind 22 Millionen € vorgesehen. Der Soli kostet der Stadt 1,6 Millionen.

Es sind auch einige Investitionen geplant, die zwar bezuschusst werden, aber nicht ohne Eigenanteil der Stadt durchgeführt werden können. Die Stadt ist mit 105 Millionen Altschulden belastet und hat im Haushaltsplan für das kommende Jahr ein Defizit von 11,7 Millionen zu verkraften. Pro Einwohner betragen die Schulden 2031 €. Es muss an allen Ecken gespart werden, was nicht ohne Einschränkungen gehen wird.

Heinrich Mecke

Wohnen im Alter

Seit Jahren beschäftigt sich die AG immer mal wieder mit Wohnformen für Ältere. Im Oktober besichtigte sie das Haus Grotenbach, Reininghauserstraße 24, in dem Menschen ab dem 60. Lebensjahr wohnen. Wer sich noch daran erinnert, wie das alte evangelische Altenheim seit Jahren vor sich hingammelte, kann sich nur freuen, was daraus entstanden ist. Betritt man das Haus, hat man das Gefühl sich in einem Neubau zu befinden.

Man findet keine 08/15 Wohnungen vor. Fast jede Wohnung hat ihren eigenen Charakter. Es handelt sich im Haus Grotenbach nicht um betreutes Wohnen. Immerhin bietet das Haus einige Extras. So z.B. einen großzügigen Gemeinschaftsraum,der für Familienfeiern genutzt werden kann. Hier finden auch auf Wunsch Betreuung durch Pf. Selbach und Gesprächskreise statt. Daran schließt sich eine große Terrasse, die zum Sonnen, für Grillfeste und mehr zur Verfügung steht.
Im Keller befindet sich ein Münztrockenautomat.Alle Wohnungen sind barrierefrei und mit einem geräumigen Aufzug zu erreichen. Klingel mit Videoüberwachung der Haupteingängean jeder Wohnung Türspion, elektrische Jalousien sind Standard. Die Glasflächen werden zweimal im Jahr von außen kostenlos gereinigt.

Frau Hühn, die gute Fee des Hauses, bietet zweimal in der Woche Sprechstunden an, organisiert Ausflüge, gießt Blumen bei Abwesenheit und kümmert sich um so manch anderes. Die Bushaltestelle ist nah. Zweimal in der Woche hält die Fa. Schild vorm Haus. Edeka und Firma Klein liefern nach Anruf. Das Seniorenzentrum bietet Mittagessen an.

Von all dem waren die Teilnehmer der AG 60 plus recht angetan. Bei der Frage nach dem Mietpreis wurden die Gesichter schon länger. Es sind keine Sozialmieten! Der Mietpreis ist aber für Neubauwohnungen mit allem Komfort angemessen. Leider sind diese Mieten aber für viele nicht erschwinglich. Für Ältere aber mit einer guten Rente oder Pension oder für Menschen, denen das Wohnen im eigenen Haus zu beschwerlich wird, bietet Haus Grotenbach eine echte Alternative.

Nähere Auskünfte unter (02261) 91 55 270 oder bei Bruni Bermig (02261) 23 165

Zu Gast: Thomas Geilhaupt, Vorsitzender der SPD Gummersbach


Thomas Geilhaupt

Thomas Geilhaupt, Vorsitzender des Ortsvereins der SPD Gummersbach, war Gast bei der AG 60plus.

Für den Gewerkschafter stand zunächst das Thema „Rente mit 67“ im Vordergrund. Heute leben Menschen länger und sind teilweise über die bisherige starre Ruhestandsgrenze belastbar. In der Metallbranche – dem Arbeitsbereich von Thomas Geilhaupt – gibt es anstrengende Arbeiten bei denen die Rente mit 67 nicht zu machen ist. Es müsste möglich sein den Zeitpunkt der Rente flexibel zu gestalten.

Nächstes Thema: Die Stadt Gummersbach ist hoch verschuldet. Das Bühnenhaus, das Bruno-Goller-Haus, die Bücherei, die Volkshochschule, der geplante Ausbau der Halle 32 auf dem Steinmüllergelände, kurz der Kostenfaktor „Kultur“ wird an Einschnitten nicht vorbeikommen. Kultur in Gummersbach muss gleichwohl erhalten bleiben. Auch die Stadthalle wird voraussichtlich einen großen Kostenfaktor darstellen, wenn die neue Halle fertig sein wird.

Das Schwimmbad in Dieringhausen wurde an einen privaten Investor verkauft und wird abgerissen um Neubauten Platz zu machen. Kurt Bergmann erinnerte daran, dass dieser Teil Gummersbachs vor der kommunalen Neuordnung zu Wiehl gehörte. Das Schwimmbad war ein Gemeinschaftsprojekt von Wiehl, Bielstein und Gummersbach. Die Finanzierung des Bades „Gumbala“ ist so geregelt, dass es in überschaubarer Zeit abgezahlt sein wird.

Im Bereich der Grundschulen ist der demografische Faktor spürbar. Gleichzeitig wurde durch die Aufhebung der Schulbezirke eine vernünftige Aufteilung der Erstklässler schwierig. So gibt es z.B. in der Körnerschule 65 Anmeldungen, es müssten aber nach alter Berechnung 35 sein. Auch die weiterbildenden Schulen stehen vor strukturellen Veränderungen.

Der Generationswechsel bei der SPD hat weitgehend stattgefunden. Das Gespräch mit den Gewerkschaften wird aktiviert und die SPD muss in der Öffentlichkeit wahrnehmbar sein.

Ein informativer Austausch und rege Diskussion - danke Thomas für deinen Besuch!

Heinrich Mecke

 

Altersdiskriminierung

Altersdiskriminierung hieß das Thema der letzten Veranstaltung. Die Gerontologin i.R., Frau Ilse Kirsch, trug vor.

Diskriminierung stammt aus dem Lateinischen „discriminare“ und heißt „Ausgrenzen“. Ausgrenzen aus Altersgründen kommt schon im Kindergarten vor, wenn jüngeren Kindern das Mitspielen verweigert wird. Es betrifft demnach alle Altersstufen.

In Deutschland gilt seit 18.8.2006 das Gleichbehandlungsgesetz. In der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ heißt es seit 1.12.2009 „Diskriminierungen wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe...des Alters oder sexueller Ausrichtung sind verboten“
. Schon ab 45 werden ältere Menschen existenziell bedroht, wenn sie aus Altersgründen nicht mehr eingestellt werden, Die zu geringe Kinderzahl und damit die Probleme einer älter werdende Gesellschaft werden öffentlich diskutiert. Rentnerschwemme, Alterslawine, Zunahme unnützer Operationen, vermehrte Pflegebedürftigkeit lauten die Schlagworte. Laut Statistischem Bundesamt und dem Kuratorium Deutsche Altenhilfe sind etwa 16% der Bevölkerung über 60 Jahre alt. 80% leben selbstständig, alleine oder mit einem Partner. Die restlichen 20% leben im familiären Umfeld. Pflegebedürftige sind zu 80% zu Hause ca. 8% leben in Altenheimen.

Das Alter wurde mit Weisheit, Klugheit und Erfahrung in Verbindung gebracht. Durch den Wertewandel der Gesellschaft wird Alter heute mit negativen Worten besetzt wie senil, verwirrt, unselbstständig oder krank in Verbindung gebracht, oft ohne den Einzelfall zu überprüfen.
Wenn Menschen sich mit zunehmenden Alter isolieren und nicht mehr bereit sind sich körperlich zu bewegen und auch geistig am kulturellen Leben teilzunehmen, dann spricht man von Selbstdiskriminierung . Hierbei spielt die Vorgeschichte eine Rolle. Aus welcher Kultur kommt er? Welche Bildung hat er? Hat er einen Beruf erlernt und ausgeübt? Hat er Hobbys? Spielt er ein Instrument? Ist er politisch aktiv? Ist er religiös? Lebt er alleine oder mit einem Partner? Hat er Kinder, Familie, soziale Kontakte?

Es ist wichtig sich möglichst frühzeitig – es ist aber nie zu spät – mit Situationen und Fragen auseinanderzusetzen wie ich möglichst lange selbstständig leben kann. Vernünftig ist es professionelle in Anspruch zu nehmen.
Frau Kirsch beobachtet, dass es sichtbare Zeichen für die Änderung der Einstellung gegenüber älteren Menschen gibt. Berücksichtigung der Bedürfnisse älterer Menschen durch barrierefreies bauen, Stärkung des Selbstbewusstseins durch Vereine, politische Aufklärung, Feste, Seniorentreffs und positive Einstellung zum Alter. Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehhilfen oder auch Hörgeräte werden ohne Scheu in Anspruch genommen.

Heinrich Mecke

Martin Kuchejda, Geschäftsführer des Bruno-Goller Hauses berichtete

Das Bruno-Gollerhaus hat sich als vielseitiges Haus für Theater, Konzerte, Lesungen und mehr etabliert. Hier werden Kinder und Erwachsene in die Welt des Schauspiels und der Musik herangeführt. Die VHS nutzt das Bruno-Goller Haus, ebenso wie die Musikschule. Auch kann man die Räumlichkeiten für eigene Veranstaltungen anmieten.

Martin Kuchejda betonte, dass Kultur zur Lebensqualität einer Stadt gehört und damit ein wichtiger Standortfaktor sei. Das Steinmüllergelände eröffnet umfangreiche Möglichkeiten für das kulturellen Angebot in Gummersbach und für die Region. Im Fokus steht hier die historische Halle 32.

Unser Oberberg ist bunt - nicht braun!

Auf Einladung der AG 60plus berichtete Gudrun Martineau, Vorsitzende des Vereins „Unser Oberberg ist bunt - nicht braun“, über die Situation rechtsextremistischer Strömungen im Oberbergischen und die Aktivitäten des Vereins.
In Oberberg sind vor der Landtagswahl Plakate der Partei „Pro NRW“, die sich gegen den muslimischen Teil der Bevölkerung gerichtet haben, aufgetaucht. „Pro NRW“, Ableger der im Kölner Rat mit 5 Mandaten vertretenen Partei „Pro Köln“, ist nun auch im Oberbergischen in zwei Parlamenten vertreten: im Rat der Stadt Radevormwald mit zwei Mandaten und im Kreistag mit einem Vertreter.

Die Vorfälle im Oberbergischen werden als Bagatellen eingestuft. Die CDU-FDP-Mehrheit im Kreistag hat daraufhin den Aufbau eines Netzwerkes gegen rechts abgelehnt. Das Verfahren im Fall eines Überfalls auf einen Jugendlichen mit jüdischen Wurzeln im Jahr 2008, das immer noch nicht abgeschlossen ist, wird dabei völlig außer acht gelassen.

Die Rechten bemühen sich korrekt aufzutreten. Sie geben vor, grundsätzlich nichts gegen Ausländer zu haben, gleichwohl sind sie der Meinung, dass Ausländer hier nichts zu suchen haben und in ihre Heimatländer verschwinden sollten. Auch die Summe der kleinen Misshelligkeiten gegen Ausländer und Andersgläubige, die weit unterhalb der Verbotsschwelle angesiedelt sind, gilt es zu verhindern. Es wird versucht ein ausländerfeindliches Klima aufzubauen. Hierzu bedienen sich die Rechten der Unterstützung aus dem Ausland. Das Internet wird gekonnt eingesetzt. Besonders junge Leute sind auf diese Weise ansprechbar und im Einzelfall auch für Taten zu begeistern.

Die Ablehnung eines Netzwerkes gegen Rechts kann fatale Folgen haben.

Heinrich Mecke

 

AG 60plus im Fernsehen

Der zweite Donnerstag im Mai, der Standardtermin der AG 60, war diesmal ein Feiertag und so stand ein Spaziergang um die Burg auf der Halbinsel des Aggersees auf dem Programm. Brunhilde Bermig, die Organisatorin der AG 60, erreichte ein Anruf vom Spiegel TV. Die Wahlergebnisse in NRW waren erst 4 Tage alt und so hat man bei Spiegel TV beschlossen mehrere Filmteams zu dem „Fußvolk“ der Parteien in NRW zu schicken, um Meinungen einzuholen. Über das Internet wurden wir ausgewählt. Die Filmmannschaft, bestehend aus einem Kameramann einem Tonaufnehmer und dem Organisator. Sie kamen aus Aachen wo sie Aufnahmen der Übergabe des Karlspreises an den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk gemacht hatten.

Die Befragung einzelner Teilnehmer, wie Brunhilde Bermig oder dem „ausnahmsweise” teilnehmenden Hans Egon Häring wurde im Spaziergang absolviert. Die Filmleute haben rückwärtsgehend die Gruppe in Aktion begleitet und aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen. Es wurden die aktuellen Themen des Tages angesprochen. Was soll nun in NRW werden? Ist eine Koalition mit der Grünen und der FDP erwünscht? Kann es eine Koalition mit den Linken geben? Die erfahrenen Mitglieder der SPD haben sich erinnert, dass der Anfang mit den Grünen schwierig war und auch als unmöglich bezeichnet wurde.

Die SPD wird nur dann eine relevante Größe bleiben, wenn es gelingt die Gruppe der Linken, die auch von gekränkten Genossen der SPD getragen wird, wieder einzubinden. Westerwelle hat sicher dazu beigetragen, dass eine Regierungsbildung in NRW nicht ohne die SPD möglich ist. Die Spannung am Wahlabend war nicht zu überbieten. Es waren nur wenig Stimmen die gefehlt haben um eine SPD Regierung mit den Wahlsiegern, den Grünen, zu etablieren. Jürgen Rüttgers wurde klar abgewählt. Man ist gegen eine große Koalition, da dann Jürgen Rüttgers auch den Posten eines Ministerpräsidenten beanspruchen könnte.

Hannelore Kraft, die auch in Gummersbach bei dem Jahresempfang der Partei 2009 aufgetreten ist, hat einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Wir können uns gut vorstellen sie als Ministerpräsidentin zu erleben. Ein Andrea Ypsilanti–Effekt erwarten wir in NRW nicht. Hannelore Kraft hat es verstanden die Linken in ihrer derzeitigen Verfassung als nicht regierungsfähig zu charakterisieren, was aber nicht ausschließt, dass die Linken unhaltbare Positionen räumen können wenn es zum Schwur kommt.

Auch die Krise in Europa war ein Thema. Eine Geldentwertung, die von den Mitgliedern der AG 60 erlebt wurde, wird nicht befürchtet. Europa wird enger zusammenrücken, wenn dieser Kontinent noch eine internationale Rolle spielen will. Auch das deutsche Parlament wird noch weiter Rechte an Europa abgeben müssen. Wirtschafts- und Hauhaltspolitik kann langfristig nur im europäischen Gleichklang gestaltet werden.

In der Schulpolitik wird es Änderungen geben müssen, da es inzwischen hinreichend klar geworden ist, dass das dreigliedrige Schulsystem im internationalen Vergleich inzwischen veraltet ist. Hier gab es eine erkennbare Schwachstelle von Jürgen Rüttgers da er an seiner Position, dieses System zu erhalten, festgehalten hat.

Heinrich Mecke

Fotos: Horst Haas

 

Besuch im Industriemuseum in Engelskirchen

Diesmal stand ein Besuch in Engelskirchen im Programm. Dr. Gero Karthaus, der sein SPD-Landtagsmandat aufgegeben hat als er die Bürgermeisterwahl in Engelskirchen mit 60% der abgegebenen Stimmen gewonnen hatte, begrüßte die Teilnehmer und stellte Engelskirchen vor.

Ründeroth ist ein Ortseil von Engelskirchen und gehört zu den wenigen Gemeinden in NRW mit einer satten SPD-Mehrheit. Die Stadt mit etwa 20 000 Einwohnern verfügt über eine alte Industriestruktur wobei die Nähe zum Zentrum Köln und die gut ausgebaute Verkehrsverbindung im Aggertal für die Industrie eine wichtige Voraussetzung ist.

Engelskirchen ist waldreich es gibt 23 Naturschutzgebiete, was Dr. Gero Karthaus, den Fachmann, besonders freut. Zu den öffentlichen Einrichtungen gehört die Aggerklinik, Schulen von der Grundschule bis um Gymnasium, ein Panoramabad. Erwähnenswert ist auch Schloss Ehreshoven das als Damenstift genutzt wird und in dem das Depot der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland unterbracht ist. Bemerkenswert ist auch das Naturdenkmal Aggertalhöhle in Ründeroth. Dort überwintern verschiedene Fledermaus–Populationen.

Engelskirchen ist als Adresse für das Christkind weltweit bekannt. Zur Weihnachtszeit erreichen etwa 16 000 Briefe die Stadt, die auch beantwortet sein wollen. Auch der weltberühmte Sohn der Stadt, Friedrich Engels, trägt dazu bei, dass diese kleine Stadt auch im östlichen Europa wahrgenommen wird.

In der ehemaligen Baumwollspinnerei von Ermen & Engels, neben dem Rathaus gelegen, ist heute das Rheinische Industriemuseum untergebracht. Friedrich Engels sen. Hat mit dem Textilfabrikanten Ermen aus Manchester 1837 gegründet. Der Standort wurde mit bedacht ausgewählt, bei einer guten Verkehrsverbindung, hinreichend große Ausdehnungsmöglichkeiten, Wasserkraft als Energielieferant und billigen Arbeitskräften war die Entscheidung eine, in damaliger Zeit, hochmoderne Fabrik zu errichten sehr erfolgreich.

In dem Museum ist die Anlage zur Gewinnung von elektrischer Energie aus Wasserkraft noch original vorhanden. Zu besichtigen ist ein Stück Industriegeschichte und so haben die Besucher auch Haushaltsgeräte erkennen können die Ihnen aus den 50iger Jahren vertraut waren.

Heinrich Mecke

 

Gespräch mit Landtagskandidat Thorsten Konzelmann

Thorsten Konzelmann, der Kandidat der SPD für die Wahl des Landtages in NRW am 9. Mai 2010 sprach zum Thema. Die SPD hat dieses Land 40 Jahre lang regiert und musste 2005 in die Opposition. In dieser Zeit hat sich die Partei inhaltlich neu aufgestellt und ein Programm für die Weitentwicklung des Landes formuliert. Das 75 Seiten lange Programm ist in Kürze nicht darstellbar und so hat der Kandidat einige für Ihn wichtige Punkte vorgestellt.

Bruni Bermig und Thorsten Konzelmann

Die mit Kosten behaftete Bildungspolitik habe nicht unwesentlich zur Abwahl der Partei beigetragen. Bildung muss, beginnend im Kindergarten, kostenlos sein. Vorbild ist das sozialdemokratisch regierte Rheinland-Pfalz. Auch die demografische Entwicklung macht die Hauptschule zu einer sterbenden Schulform. Die schwarz-gelb Regierung ist nicht bereit zu Reformen und
hält, gegen alle Vernunft am dreigliedrigen Schulsystem fest. Vorgeschlagen wird eine Gemeinschaftsschule bis zur 6. Klasse und dann erst Trennung nach Begabungen. Eine zu frühe Auslese soll verhindert werden. Die Qualität muss stimmen. Die Lehrerausbildung ist ein wichtiger Baustein der angestrebten Reform. Für Alleinerziehende oder Kinder aus schwierigen Verhältnissen ist die Ganztagsschule ein unverzichtbares Element.

Ohne ausreichende finanzielle Ausstattung der Kommunen ist die Lebensqualität vor Ort nicht zu halten. Es ist eine neue Finanzverfassung nötig. Familie und Beruf kann nur mit Hilfe entsprechender Einrichtungen unter einen Hut gebracht
werden. Dazu gehören Kinderkrippen und ganztägig geöffnete Kindergärten.

In der Energiepolitik gehört dem Energiemix die Zukunft. Dort entstehen Arbeitsplätze und die "in der Kohle" arbeitenden Genossen haben dann auch eine Perspektive.

Heinrich Mecke

 

Sport und Bewegung für Ältere

Turnen im Alter war das Thema der Veranstaltung im Februar. Ingeborg Nachfolger hat vorgetragen. Es gehört inzwischen zu den Binsenwahrheiten, dass Bewegung hilft, Lebensqualität zu erwerben oder zu erhalten. Es sind demnach alle Altersstufen betroffen. Ist der Berufsalltag bewegungsarm, dann werden Muskeln abgebaut und es gehört auch Überwindung dazu, wenn man, ermuntert durch einen Arzt oder Freunde, sich zu mehr Bewegung entschließt.

Berichte von Anwesenden haben geschildert, wie nach schweren Operationen durch konsequente und fachlichbegleitete Übungen die Beweglichkeit im Alltag wieder gewonnen wurde. Auch im Alter können Muskeln wieder aufgebaut werden. Es ist oft nur die Summe von Kleinigkeiten die beachtet, auch hilfreich ist. Man kann z.B. Aufzüge weitgehend meiden und dafür dieTreppe benutzen, oder bei Gelegenheit auch Dehnübungen machen. Es kommt darauf an täglich dabei zu bleiben.

In Gummersbach gibt es ein breites Angebot an Übungsmöglichkeiten. Ist eine fachliche und lizenzierte Begleitung garantiert, dann kann man mit einigem Erfolg auch einen Zuschuss bei der Krankenkassebeantragen. Auch schwimmen und Übungen im Wasser sind empfehlenswert. Gustav Kleinjung, Vorsitzender des Turnvereins Hülsenbusch, berichtete, dass kompetente Übungsleiter für Seniorengruppen nicht leicht zu finden sind. Die Übungsleiterin der 17 Personen starke Seniorengruppe aus Strombach, Frau Nanni Roll, ist aus Krankheitsgründen ausgefallen – der Turnverein Hülsenbusch will versuchen zu helfen.

Heinrich Mecke

 

Pflegedirektor Rainer Drevermann berichtete

Über das Klinikum Oberberg berichtete der stellvertretende Pflegedirektor Rainer Drevermann. Die Kreiskrankenhäuser Waldbröl und Gummersbach sowie Kliniken in Marienheide, und Bergisch Gladbach gehören dazu. Es sind annähernd 3000 Personen beschäftigt. Darunter sind Handwerker, Köche und das medizinische Personal. Es sind auch etwa 300 Ausbildungsplätze vorhanden. Die Reinigung der Gebäude und der Krankenräume wird in Eigenregie durchgeführt. Die Einhaltung der Tariflöhne ist dabei selbstverständlich.

Krankenhäuser sind vielfach privatisiert worden und somit verpflichtet eine Rendite zu erwirtschaften. Es wird mit einer Rendite von 16% gerechnet. Das Klinikum Gummersbach hat einen öffentlichen Träger und ist damit von der Verpflichtung Gewinne zu erwirtschaften befreit. Der laufende Betrieb wird durch Krankenkassenbeiträge finanziert, die Investitionen werden vom Land NRW geleistet. Die Investitionssummen sind erheblich, gemessen an den Aufgaben aber bescheiden.

In Waldbröl müssen noch einige Aufgaben bewältigt werden. Das Krankenhaus ist noch nicht über den Berg. Das Klinikum ist als Holding organisiert. Geht ein Teilbereich in Konkurs, dann werden die übrigen Teile davon nicht tangiert. Die Sanierung, insbesondere von Waldbröl, erforderte auch einige Umorganisationen. Es wurden Abteilungen zusammengelegt und auch die „Nebenbetriebe“ sind teilweise gestrafft worden.

Marienheide ist für drogenabhängige Akutfälle zuständig. Ein besonders berückendes Problem sind hierbei Kinder. Hier kommt die ganze Palette vor. Kanabis, Opium, Heroin und auch Extasy gehört dazu. Es ist mit der Entgiftung allein nicht getan. Wichtig wird eine Lagzeitbehandlung für die in Marienheide und Bergisch Gladbach Plätze vorhanden sind.
Krankenhäuser haben Probleme mit MSRA –mit resistenten Keimen, die zu lebensgefährlichen Ansteckungen führen können – in Gummersbach werden alle eingelieferten Patienten einem Eingangsscreening unterzogen. Sie werden also getestet, ob sie Träger gefährlicher Keime sind. Eine Maßnahme, die hilft Gesundheitskosten zu reduzieren. Behandlungsfehler, die auftreten, werden untersucht und mögliche Schwachstellen beseitigt. Die für das Krankenhaus vorgeschriebene Versicherung ist niedrig, was einen hohen Sicherheitsstandart voraussetzt.

Es werden Praxen erworben und Medizinische Versorgungszentren aufgebaut (MVZ). Die dort arbeitenden Ärzte sind angesellt. Es wird so eine flächendeckende Versorgung aus einer Hand organisiert. Das ist auch eine Antwort auf die Tatsache, dass die Versorgung in der Fläche immer schwieriger zu realisieren ist.

Der demografische Wandel der Gesellschaft zwingt das Klinikum zu Anpassungen. Es werden weniger Kinder geboren und gleichzeitig werden Menschen immer älter. In der Konsequenz müssen Kinderstationen geschlossen und die Betreuung alter Menschen ausgebaut werden.

Im Oberbergischen Kreis wurde die Betreuung kranker Menschen erfolgreich in öffentlicher Hand organisiert und es wurde ein Großbetrieb geschaffen, der schwarze Zahlen schreibt.

Heinrich Mecke