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SPD Kreisfraktion

 

 

Archiv 2009

Weihnachtsfeier 2009

Wie in jedem Jahr hat die AG 60plus mit einer Weihnachtsfeier das Jahr 2009 ausklingen lassen. Es war Dank zu sagen an die Organisatoren von Trödelständen und die Mitwirkenden am Sommerfest der SPD. Ein besonderer Dank ging an Brunhilde Bermig, die es verstanden hat, im monatlichen Rhythmus interessante Themen auszuwählen und dafür sachkundige Referenten zu gewinnen.

Es hat sich inzwischen ein fester Stamm von Freunden gebildet, die gerne kommen und auch bei politisch interessanten Fragestellungen mitreden. Nicht alle sind Mitglieder der SPD, was als Zeichen dafür gedeutet werden kann, dass nach wie vor Probleme des Gemeinwesens mit Interesse verfolgt werden.

Hans Hoffmann las die Geschichte einer Weihnachtsfeier, wobei ein reich geschmückter Weihnachtsbaum auf der festlich gedeckten Weihnachtstafel landete, was von den Gästen als willkommene Abwechslung empfunden wurde.

Heinrich Mecke trug eine von seiner Frau, Anita Mecke, geschriebene Geschichte vor. Ein Vater hat, enttäuscht, dass sein Sohn seine Ansprüche nicht erfüllen konnte, den Sohn durch Spott und Häme aus dem Haus geekelt und war nun durch einen Schlaganfall erkrankt, auf seine Hilfe angewiesen.

Abgerundet wurde die Feier durch die Flötenmusikgruppe der Frau Brustmeier. Die ohne Lampenfieber Weihnachtslieder vortragende Gruppe der jungen Mädchen erhielt herzlichen Beifall.

Alle Bilder der Weihnachtsfeier findet man unter dem Menuepunkt „Bilder".

 

„Was macht eine Schiedsfrau?”


Hanna Rupe

Hanna Rupe, langjähriges Mitglied der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Gummersbach, sprach auf der Sitzung der AG 60plus am 12.11.2009 über ihre Arbeit als Schiedsfrau in der Gummersbacher Innenstadt. Sie hat das Amt aufgegeben, da Sie Oberberg dauerhaft in Richtung Oberursel verlässt.

In der Gemeinde Gummersbach ist das Schiedsamt auf fünf Bezirke verteilt. Hanna Rupe übte das Ehrenamt der Schiedsfrau zehn Jahre für den Bereich der Innenstadt aus. Zu Beginn ihrer Tätigkeit wurde sie pro Jahr zu 25 bis 30 Fällen herangezogen. Die zu behandelnden Fälle erhielt sie zunächst außer durch direkte Ansprache von Bürgern vorrangig von der Polizei. Im Verlauf Ihrer Tätigkeit nahmen die Fallzahlen aber drastisch ab, nachdem die Polizei sich direkt an die Staatsanwaltschaften wenden musste und auch bei Bagatellanlässen nicht mehr das Schiedsamt einschalten konnte. Nun kommen, außer Beschwerdeführer wenden sich direkt an sie, die Fälle vom Ordnungsamt der Stadt. Pro Jahr sind die Fallzahlen auf 6 bis 8 gesunken.
Vorgeschrieben ist der Weg zum Schiedsamt bei Privatklagedelikten wie Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses, leichte und fahrlässige Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung und bei Vollrausch, wenn die im Rausch begangene Tat eines der vorgenannten Vergehen ist und wenn (in allen Fällen) die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung durch die Justiz sieht. Auch bei nachbarrechtlichen Streitigkeiten und bei Ehrverletzungen, die nicht in Presse und Rundfunk be-gangen worden sind, ist vor einer Klage vor einem ordentlichen Gericht der Weg über das Schiedsamt obligatorisch.

Erst wenn der Schiedsmann/die Schiedsfrau die Einigungsmöglichkeiten negativ testiert, ist der Klageweg offen. Das bringt natürlich Streitpotential mit den Rechtsanwälten, die sich durch die Schiedsämter um Aufgaben gebracht sehen.
Das Verfahren wird, nach einem schriftlichen Antrag und einer Einladung an beide Streitparteien, i.d.R. im Wohnzimmer der Schiedsperson mündlich abgehandelt. Ziel ist es, ein Gespräch zwischen den Parteien zu erreichen und einen Interessenausgleich herbeizuführen. Das kann durch eine Schiedsperson erreicht werden, ohne öffentlich Porzellan zu zerschlagen und häufig auch ohne Gesichtsverlust der Beteiligten.

Neben einer Reihe von positiv gelösten Fällen berichtete Hanna Rupe auch von Fällen, in denen Probleme z.B. durch den Migrationshintergrund der Verfahrensbeteiligten offensichtlich werden. Bei Sprachproblemen können Dolmetscher zu Hilfe geholt werden. In anderen Fällen, bei denen z.B. die Autorität von Frauen durch die Beteiligten wegen ihres kulturellen Hintergrundes nicht akzeptiert wird, holte sich Hanna Rupe ihren männlichen Stellvertreter zu Hilfe.

Gefordert ist in diesem Amt eine Menge Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, um die häufig vorhandenen Blockaden aufzubrechen und die Parteien zur gegenseitigen Aussprache zu bringen.
Schlußfolgernd schilderte Hanna Rupe dieses Ehrenamt als persönlich bereichernd und dass sie es gerne ausgeübt habe.

 

„Israel, wie es wurde und wie es ist.“

Wilfried Hahn, ehemaliger Vorsitzender der Oberbergischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sprach zum Thema „Israel, wie es wurde und wie es ist.“

Verstorbene Juden haben ein ewiges Ruherecht, erkennbar daran, dass jüdische Friedhöfe weit vor den Toren der Städte errichtet wurden und wo nach menschlichem Ermessen sich niemals eine bauliche Entwicklung ergeben konnte. Jüdische Grabsteine sind vielfach zweisprachig, einmal in hebräisch und in der Sprache des „Gastvolkes“. Grabschändungen sind demnach absolute Sakrilege. Die Verbrennung der ermordeten Juden und die Verstreuung der Asche in den Vernichtungslagern wurden als unerträgliche Demütigung verstanden. In Yad Vashem, der zentralen Gedenkstätte an die ermordeten Juden in Jerusalem, werden die Namen der 6.000.000 Opfer bis heute bewahrt. 180 000 deutsche Juden von 600 000 wurden ermordet, und so sind dort auch deutsche Namen zu finden.

Von1517 bis 1917 gehörte das heutige Nah-Ost-Gebiet (Israel, das West-Jordan-Land, Gaza, Jordanien, Syrien und der Libanon) zum osmanischen Reich und wurde von den Türken als ein Teil von Süd-Syrien angesehen. Später verselbstständigte sich das Gebiet unter der vagen Gebietsbezeichnung „Palästina“. Das Land war unterbevölkert und stagnierte wirtschaftlich.
Im neunzehnten Jahrhundert haben die Nationalismen in Europa eine immer größere Rolle gespielt. Die jüdische Minderheit in den christlichen Staaten hatte immer unter Diskriminierung und Verfolgung gelitten. In dieser Situation entstand der Zionismus, die jüdische Sehnsucht nach einem eigenen Staat, unter maßgeblicher Beteiligung von Theodor Herzl, der zur Bildung einer jüdischen Heimstätte in Palästina warb. Ab etwa 1880 gab es eine zionistische Einwanderung in Palästina. Auslöser waren entsetzliche Pogrome in Russland und Polen.

Der Grund und Boden, der in der Zeit des osmanischen Reiches im wesentlichen türkischen Großgrundbesitzern, den Effendis, gehörte, wurde von Juden aufgekauft und es entstanden Kibbuzim, landwirtschaftliche Genossenschaften. Den Effendis und den jüdischen Siedlern war es ziemlich gleichgültig, was nun mit den ehemaligen Landpächtern geschah. Das Ödland, Sumpfland und auch Wüste wurde in eine blühende Landwirtschaft verwandelt. Nach der türkischen Niederlage im ersten Weltkrieg erhielten die Engländer das Mandat des Völkerbundes über Palästina. Die Engländer hatten 1917 in der Balfour-Deklarationtion den Juden eine Heimstätte versprochen, was dann aber nicht eingehalten wurde, als es nach dem zweiten Weltkrieg zu einer massiven Einwanderung europäischer Juden kam, die den Holocaust überlebt hatten und als „displaced persons“ in Europa nirgendwo Bleiberecht bekamen. Die Versuche der Mandatsmacht, die Einwanderung zu verhindern, wurden von jüdischen Kommandos mit Gewalt beantwortet.

Im November 1947 wurde nach dem Antrag Englands in der Uno mehrheitlich beschlossen, das Mandatsgebiet zu teilen und den Staat Israel und den Staat Palästina zu gründen. Der Jischuw, die politische Vertretung der in Palästina vor der Staatsgründung lebenden Juden, akzeptierten den UNO-Beschluss, die Palästinenser lehnten rigoros ab und antworteten sofort nach der Gründung Israels mit Krieg, an dem sich alle arabischen Anliegerstaaten beteiligten. 600.000 Juden haben sich gegen 60.000.000 behauptet. Die Führer der arabischen Liga haben ihre Glaubensgenossen nachdrücklich aufgefordert, das Land kurzfristig zu verlassen, da der Sieg der arabischen Seite gewiss sei. Diesem Aufruf folgten mindestens 900.000 Araber. Die wiederholten Versuche, Israel zu vernichten, bleiben erfolglos und haben letztendlich den Machtbereich Israels immer mehr erweitert. Gleichzeitig haben dann die Repressalien gegen die in den arabischen Staaten lebenden Juden begonnen. Annähernd 600.000 Juden aus diesen Gebieten Nordafrikas, Arabiens, Persiens und des Iraks suchten Zuflucht in Israel.

Nach der Einwanderung vor dem ersten Weltkrieg aus Polen und Russland, nach 1945 aus ganz Europa, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus dem russischen Bereich ist in Israel ein von vielen Völkerschaften bewohnter Staat geworden. Neben religiösen, nationalen und nationalistischen Spannungen ist diese Demokratie nicht nur von muslimischen Staaten bedroht, sondern auch von Spannungen im Inneren. Die Existenz von Israel mit seinen 6,5 Millionen Einwohnern ist im Verständnis der Israelis abhängig von einer starken Armee. Man versteht angesichts der Geschichte, dass sich Israel nie wieder wehrlos der Willkür fremder Mächte ausliefern wird. Ein atomar bewaffneter Iran, der die Vernichtung Israels androht, wird nicht tatenlos hingenommen werden und so haben wir allen Grund, diese höchst gefährliche Entwicklung mit Sorge zu betrachten.

Heinrich Mecke

 

August: Entwicklungen auf dem Steinmüller-Gelände

Helga Auerswald, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Gummersbach und Mitglied im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss berichtete in der August-Sitzung der AG 60plus über die aktuellen Entwicklungen auf dem Steinmüller-Gelände und vor allem über die aktuellen Pläne auf dem ehemaligen Areal der Firma Ackermann.

Große Chancen für den Stadtkern

Durch den Ankauf der Flächen des ehemaligen Steinmüllergeländes und des früheren Geländes der Firma Ackermann durch die Stadt Gummersbach ergeben sich Gestaltungsmöglichkeiten und Räume für neue Ideen. Das bedingt bedachtes Handeln.

Der von der SPD initiierte Neubau der FH auf dem Steinmüllergelände hat bereits einen Anschub für die Ansiedlung von Unternehmen auf dieser Fläche bewirkt. Leider ist, trotz erfolgtem 1. Spatenstich unter Beteiligung des Ministers für Städtebau und Verkehr, der Neubau der Firma Ferchau vom Investor auf das Jahr 2011 verschoben worden. Die neue Firmenzentrale wäre sicher als Initialzündung für weitere Investoren zu betrachten.

Das laufende Ausschreibungsverfahren für das Einkaufszentrum muss zügig zum Abschluss gebracht werden, damit 2010 endlich mit dem Bau begonnen werden kann. Das neue Einkaufszentrum mit einem Lebensmittelanbieter hat für die SPD ebenso Priorität wie die Ansiedlung von weiteren Unternehmen.

Der Neubau einer Multifunktionshalle auf dem Gelände stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung. Die SPD hat bereits frühzeitig erklärt, dass ihrer Zustimmung nichts im Wege steht sobald die Finanzierung gesichert ist.

Eine weitere große Aufgabe stellt die Überplanung des ehemaligen Ackermannareals dar. Der städtebauliche Gestaltungswettbewerb hat zu sehr guten Ergebnissen geführt. Im Siegervorschlag wurde sowohl das Thema „Wohnen in der Stadt für jung und alt" eingearbeitet, als auch die neue Kindertagesstätte für die Innenstadt platziert. Mit der Beteiligung der SPD Stadtverordneten wird auch diese Planung bürgernah und innovativ entwickelt.

Helga Auerswald
Klaus Leesch

 

Juli: Kreisvorsitzende der AWO Beate Ruland berichtet

Beate Ruland, Kreisvorsitzende der AWO im Oberbergischen berichtete. Die AWO ist nach ihrem Selbstverständnis eine Organisation, die Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Inzwischen ist diese Organisation zu einem beachtlichen Betrieb herangewachsen. Der Umsatz beträgt etwa 19 Millionen € pro Jahr. Im Oberbergischen sind 15 Ortsvereine aktiv und so ist die AWO in allen Gemeinden vertreten.

Es gibt 31 Kindertagesstätten wobei 9 als Familienzentren zertifiziert sind. Familienzentren bieten Hilfe und Unterstützung für die ganze Familie an.
Werden z.B. die Mütter krank, dann kann die Betreuung der Kinder organisiert werden. Frauen werden in Konfliktfällen beraten und so gibt es in Bergneustadt die Schwangerschaftskonflikt - und Familienberatungsstelle die in einem besonderen Angebot junge Mütter betreut. Diese Hilfe hat sich als großer Erfolg erwiesen. Mütter, die gerade mal 15 Jahre alt sind, leben in der Regel noch in ihren Familien, was nicht leicht ist und Konflikte zwischen den meist noch jungen Großmüttern an der Tagesordnung sind. Gruppenhilfe und persönliche Gespräche werden gerne angenommen.

Ein leider immer wichtiger werdender Bereich ist die Schuldnerberatung. Man versucht zeitnah zu helfen und vermeidet lange Wartezeiten. Im Notfall ist auch Soforthilfe möglich. Es sind Fachleute mit großer Erfahrung, die beraten. Für den Schuldner ist die Hilfe bisher kostenlos. Finanziert wird diese Dienstleistung durch Spenden und Zuschüsse des Kreises.

Mit der Kleidersammlung und dem Betrieb von Altenheimen werden u. a. die erforderlichen Mittel erwirtschaftet. Brauchbare Kleidungsstücke werden aussortiert und verkauft. In Engelskirchen zum Beispiel werden gebrauchte Textilien seit vielen Jahren erfolgreich in der „Fundgrube“ angeboten. Es werden keine Textilien in Entwicklungsländer exportiert.

Ein besonderer Schwerpunkt ist der Betrieb von Altersheimen. Einzelzimmer sind modern eingerichtet und sind z.B. auch mit einem Internetanschluss ausgerüstet. Bei Pflegestufe 0 ist es heute nur noch schwer einen Heimplatz zu bekommen. In einem solchen Fall werden normal vermietete Appartements angeboten. Es können dann verschiedene Dienstleistungen gebucht werden, Das Antonie-Pfülf-Familienzentrum der AWO macht gemeinsam mit dem
Otto-Jeschkeit-Altenzentrum in Ründeroth eine sehr erfolgreiche Aktion unter dem Motto „Generationen begegnen sich“. Aus der Kindertagesstätte kommen die Kinder zum Mittagessen in den Speisesaal des Altenheims. Inzwischen haben sich Freundschaften zwischen Jung und Alt gebildet. Beide Seiten profitieren davon. Kinder aus Kleinfamilien erleben ältere Menschen und die älteren genießen die unverkrampfte Zuneigung der Kleinen.

Ein beachtliches und beachtetes Projekt ist „Der Garten der Sinne“ im Otto-Jeschkeit-Altenzentrum. Das ist ein gestalteter Innenhof mit Rundwegen, Kräuterbeeten, Blumen, kleinen Wasseranlagen. Demenzkranke brauchen viel Bewegung und so kann in dem abwechslungsreichen Angebot gefühlt, gerochen und gehört werden. In „Ruheinseln“ kann Kaffee und Kuchen serviert werden.


Thomas Hähner und Michaela Engelmeier-Heite mit Hannelore Kraft im „Garten der Sinne".

Das Stammpersonal wird durch ehrenamtliche Helfer und auch Zivildienstleistende unterstützt. Kartenspielen, singen, musizieren helfen den Alltag zu bewältigen. AWO Mitarbeiter werden nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt, was mehr ist als der Mindestlohn von 7,5 € je Stunde.

Juni: VdK Oberberg

Es berichtete der Vorsitzende des VdK Oberberg, Franz Adolf. Der VdK ist ursprünglich eine Gründung aus der Nachkriegszeit. Es waren Frauen denen man Witwenrente verweigert hat solange Ihre Männer nur als vermisst gemeldet waren, die den Verband gegründet haben. Ursprünglich wurde der Verband vom Staat unterstützt. Heute sind es die Mitglieder die mit ihren Beiträgen und auch Spenden den Verband tragen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 4,50 € im Monat. Die Organisations- und Verwaltungsarbeit wird ehrenamtlich erledigt. Der Verband ist unabhängig. Im Bereich Gummersbach gibt es etwa 4000 Mitglieder.

Inzwischen ist der VdK der größte Sozialverband mit über 1,3 Millionen Mitgliedern in ganz Deutschlands. Betreut werden Behinderte, Rentner, Hinterbliebene, Pflegebedürftige, Opfer von Unfällen oder Gewalt. Die Rechtsberatung der Mitglieder und gegebenenfalls auch die Vertretung vor Sozialgerichten sowie die kompetente Begleitung vor den zuständigen Behörden gehört zu dem Kernbereicht der Aufgaben. Gibt es Schwierigkeiten bei der Festsetzung der Pflegestufe kann auch bei der Begründung von Widersprüchen geholfen werden, seit das Beratungsprivileg von Anwälten aufgehoben wurde.

Der Kontakt zu den Behörden ist ausgezeichnet. Der Verband wird auch immer wieder um Rat gefragt, wenn es um behindertengerechtes Bauen oder Beseitigung von Hindernissen für Rollstuhlfahrer geht. So ist der Verband bei dem Umbau der Sparkasse in Gummersbach um Rat gebeten worden als es darum ging den Zugang zu die Geldautomaten Rollstuhlfahrergerecht
zu gestalten.

Mitglieder werden auch betreut, wenn Feiern zu organisieren sind. Besuche von Veranstaltungen werden unterstützt und auch Fernreisen zu bezahlbaren Preisen gehören zu dem Angebot. Besuche von Mitgliedern in Altenheimen erlauben auch einen Blick hinter die Kulissen und seit Heime auch unangemeldet besucht werden können, sind Missstände, die es leider auch gibt, wirksamer zu beseitigen.

April: Besuch der Moschee in Bergneustadt

Im Industriezentrum von Bergneustadt gelegen und äußerlich nur an einem Hinweisschild erkennbar, erreicht man die Moschee von Bergneustadt. Durch den Vorraum und ohne Schuhe betritt man einen großen, mit einem Teppich ausgelegten lichtdurchfluteten und holzgetäfelten Raum. Bunte Ornamente unterstützen den Eindruck einen kostbaren Raum zu betreten.

Die Moschee wurde 1978 gebaut. Das Islamische Zentrum von Bergneustadt ist als eingetragener Verein mit 330 Mitgliedern organisiert. Der Beitrag beträgt 6 €/Monat. In Bergneustadt leben ca. 3000 Muslime, in der Mehrzahl türkischer Herkunft. Die Moschee ist immer offen und veranstaltet am Tag der Deutschen Einheit einen Tag der offenen Tür.

Erdogan Caylak berichtete. Er ist mit 5 Jahren 1974 nach Bergneustadt gekommen, sein Vater, der nur 5 Jahre lang bleiben wollte, ist immer noch da. Erdogan Caylak ist deutscher Staatsbürger, seine Kinder besuchen deutsche Schulen, die Tochter spielt in der Feuerwehrkapelle von Bergneustadt Klarinette. Es ist inzwischen klar, dass ihr Lebensmittelpunkt Deutschland ist.

Der Moscheebau wurde durch Spenden finanziert und auch der Unterhalt ist durch Spenden der Muslime möglich. Der Imam, der Vorbeter, kommt aus der Türkei und wird nach 4 Jahren ausgewechselt. Sein Gehalt bezahlt das türkische Generalkonsulat. In Zukunft müssen Imame Deutschkenntnisse nachweisen.

In der Moschee sind an den Wänden Koransprüche in deutscher Sprache nachlesbar. Gebete werden in arabischer Sprache gesprochen. In der Moschee gibt es zwei Kanzeln. Die Kanzel der Darstellung des Lebens des Propheten Mohammed hat einen Baldachin aus Holz, während die Kanzel der Predigt offen ist. Beide Kanzeln sind nach Mekka ausgerichtet. Mit Suren aus dem Koran in arabischer Sprache geschmückt, befindet sich zwischen den Kanzeln eine Nische für den Vorbeter. Es sind Sunniten, Angehörige der zahlenmäßig stärksten Richtung des Islam, Frauen beten getrennt von den Männern auf einer Empore. Fragen nach politischen und religiösen Spannungen zwischen den Glaubensrichtungen der Muslime wurden von Herrn Cayak als außerhalb seiner Kompetenz bezeichnet.

Insgesamt war es ein entspannter und angenehmer Besuch, der mit einem Glas Tee im offenen Vorraum abgeschlossen wurde und den Eindruck vermittelte, dass auch Muslime inzwischen zu unserer Gesellschaft gehören.

März: Klaus Leesch stellt sich vor

Klaus Leesch, Geschäftsführer der SPD Gummersbacher, seit kurzem Mitglied in der AG 60plus und Kandidat der Partei in der Kommunalwahl 2009 für den Stadtrat, berichtete beim März-Termin der AG 60plus am 12. März 2009 in Victor’s Residenz Hotel über seine Biografie und sein Berufsle­ben.

Geboren in Stralsund, aufgewachsen im Ruhrgebiet, hat er nach einer Lehre als Dentalkaufmann, einer vierjährigen Zwischenstation als Zeitsoldat bei der Luftwaffe, die er als Stabsunteroffizier verließ, einer erneuten Tätigkeit als Dentalkaufmann bei Bayer Dental schließlich eine Fachschulausbildung als staatlich geprüfter Betriebswirt mit der Fachrichtung Marketing erfolgreich abgeschlossen. Nach zwischenzeitlich auf dem zweiten Bildungsweg erworbenem Realschulabschluß und dem auf dem Köln-Kolleg abgelegten Abitur konnte er, seiner Neigung folgend, eine Ausbildung als Diplom-Bibliothekar für den Öffentlichen Bibliotheksdienst absolvieren.

Diese ermöglichte ihm den Einstieg in den Informations- und Dokumentationsbereich. Über 25 Jahre lang arbeitete er beim WDR in Köln in der Abteilung Dokumentation und Archive/D+A. Die Abteilung ist heute in drei Unterabteilungen organisiert: Dokumentation, Recherche, Logistik. Von den Materialien her gesehen, kann man folgende Unterscheidung treffen: Bild-, Video-, Schall-, Noten-, Presse- und Historisches Archiv. Den siebten Part übernimmt eine umfangreiche Bibliothek. Dieser doch erhebliche Aufwand mit fast zweihundert Mitarbeitern ist notwendig, um die Produktionen des WDR im Hörfunk, im Fernsehen und im Internet zu erschließen und zu archivieren und insbesondere den journalistischen Mitarbeitern ortsunabhängige Möglichkeiten der Recherche und der Nutzung der Materialien zu ermöglichen.

In der Abteilung D+A hatte Klaus Leesch über viele Jahre lang die Verantwortung für die Pressedokumentation. Dort werden Presseprodukte vorrangig aus dem deutschen Sprach-Bereich, aber auch aus französisch- und englischsprachigen Quellen auf ihren Informationsgehalt hin ausgewertet. Einschlägige geeignete Artikel werden aus den Zeitungen und Zeitschriften ausgewählt, erschlossen, d.h. mit Schlagwörtern, Notationen und Formaldaten inhaltlich beschrieben und schließlich abgespeichert. Dieser Speicherprozeß bestand früher darin, dass die Artikel auf so genannte Kopfbögen aufgeklebt und diese nach einer sachsystematischen Einordnung in Aktenordnern abgelegt wurden.

Schon zu Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde im WDR damit begonnen, die Informationen zu den Artikeln und auch den Volltext dieser Artikel maschinenlesbar in Datenbanken abzulegen und die Artikel bzw. ihr digitales Faksimile selbst ebenfalls dort zu archivieren. Hinzu kam später die Datenanlieferung durch die Presseverlage, die die eigene technische Bearbeitung durch den WDR teilweise unnötig macht. Allerdings verlangen die Verlage hohe Entgelte für die Nutzung ihrer Quellen. Dieser Umstellungsprozeß auf digitale Pressearchive war nach etwa zehn Jahren so weit gediehen, daß einige ARD-Pressearchive eine gemeinsame Bearbeitung der wichtigsten
Quellen der deutschen und internationalen Presse begannen. Durch diese Kooperation wird nun seit zehn Jahren den Mitgliedsanstalten ein sehr breites Informationsangebot gemacht. Hinzu kommen umfangreiche Recherchedienste im Internet und in Spezial-Datenbanken und eine Reihe weiterer Informationsangebote.

Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk und damit auch diese Informationsbereiche stehen heute unter einem sehr starken Kostendruck. Durch die Kostenkontrolle der KEF ist eine Personalausweitung auch bei Aufgabenzuwächsen praktisch unmöglich. Daher müssen soweit wie möglich technische Hilfen in Anspruch genommen werden. Die unbestrittene Informationskompetenz des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks wird durch die sehr guten Dokumentations- und Archivaktivitäten der Anstalten mitbestimmt.

Februar: „Bürgermeisterkandidat Thomas Hähner stellt sich vor”

Thomas Hähner, der Bürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten hat das Treffen der AG 60plus genutzt, um sich bei den „Senioren” der SPD Gummersbach persönlich vorzustellen.

Als Verwaltungsfachwirt arbeitet er bei der ARGE in Köln. Seine Aufgabe ist es, AGL II-Empfänger zu betreuen und die Wiedereingliederung in die Arbeitswelt zu organisieren und anzuleiten. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung will er sich besonders für die Sozialpolitik in unserer Stadt einsetzen.

Die Mitglieder der AG 60plus sagen „ihrem” Bürgermeisterkandidaten Thomas Hähner die volle Unterstützung im Wahlkampf zu.

Mehr erfahren Sie über unseren Kandidaten auf seiner Homepage www.thomas-haehner.de

 

Januar: „Abfall als Wertstoff”

Burkhard Roesner der Geschäftsführer des Abfall- Sammel- und Transportverbandes Oberberg ASTO sprach zum Thema „Abfall als Wertstoff“. Vor 7J ahren hat Herr Rösner schon mal vor dieser Zuhörerschaft um Thema Abfallbeseitigung berichtet.

Es hat seither wichtige Veränderungen gegeben. Der Rahmen wird inzwischen von der EU vorgegeben. In der Bundesrepublik sind die Länder zuständig, Das Sammeln und Transportieren ist von den Kommunen zu leisten, während die Landkreise die Bearbeitung organisieren müssen. Werden die von Brüssel vorgegebenen Vorschriften nicht beachtet, dann werden pro Tag
Strafgelder fällig. Kann ein Staat diese Gelder von erheblicher Höhe nicht bezahlen, dann werden die Zuweisungen entsprechend gekürzt. Auf diese Weise wurde z.B. eine Insel aus Griechenland deren Bewohner nicht einsehen wollten, dass sie den Müll nicht einfach ins Meer kippen dürfen sehr schnell dazu gebracht die notwendigen Anlagen wie z.B. eine Kläranlage zu bauen.

Die Eu hat einen einzuhaltenden Katalog aufgestellt:
1. Müllvermeidung
2. Vorbereitung für Widerverwertung
3. Recycling
4. Sonstige Verwertung
5. Beseitigung

In der braunen Tonne werden biologisch abbaubare Abfälle gesammelt, die dann in großen Anlagen zu Kompost vergärt werden wobei das dabei entstehende Gas als Wärmeträger genutzt werden kann. Auch in Papier gewickelte Küchenabfälle können verarbeitet werden. Es werden Säcke aus Maisstärke angeboten, die nach Herstellerangaben verrotten. Der biologische Abfall wird durch eine Anlage geschleust. Die Zähne der dabei eingesetzten Walzen zerreißen alle Säcke und sortieren sie aus. Auch die Spezialsäcke aus Maisstärke
werden von der Anlage entfernt. Es ist demnach nicht sinnvoll solche Säcke zu kaufen.

Das Papier wird in der grünen Tonne gesammelt und von der Papierindustrie wieder verwendet. Zur Zeit ist der Preis für Papier auf 0 € gesunken. Nachdem die Industrie das Altpapier braucht, ist damit zu rechnen, dass sich am Markt in absehbarer Zeit ein vernünftiger Preis bildet. Etwa 80 % es Restmülls wird durch eine Maschine sortiert. Insbesondere Metalle werden entfernt. Es bleibt aber immer noch eine Fraktion, die von Hand bearbeitet werden muss. Dieser Müll wird verbrannt und zur Stromerzeugung und Lieferung von Fernwärme
eingesetzt.

Die EU schreibt für solche Anlagen einen Wirkungsgrad von mindestens 65% vor,
was nur in Kombination mit Fernwärme erreicht werden kann. In den nördlichen Staaten ist dieser Wert gut erreichbar. Am Mittelmeer scheint nun mal mehr Sonne und so können die Vorgaben von Brüssel dort nur schwer eingehalten werden.

Der Sperrmüll wird grob sortiert und dann verbrannt. Glas übernimmt geht zur Glashütte wo es eingeschmolzen wird. Elektroschrott wird zerlegt. Der Gesetzgeber hat die Hersteller verpflichtet aussortierte Geräte wieder zurückzunehmen. Im Schadstoffmobil abgegebene Sonderabfälle werden, teilweise nach chemischer Analyse, in speziellen Anlagen entsorgt.
In Containern gesammelte Altkleider werden maschinell zerrissen und als Putzlappen verarbeitet.

Der gelbe Sack gehört zu den Dualen Systemen also zu einer eigenen Gesellschaft und wird über Produktgebührenfinanziert. Gleichwohl hat ASTO aus praktischen Gründen Die Abholtermine im Abfallkalender mit aufgenommen. Restmüll in den Gelben Säcken, der etwa 30% beträgt, mindert den Wert des Inhaltes. Werden die gelben Säcke durch gelbe Tonnen setzt, dann steigt der Anteil an Restmüll und es muss zudem noch eine Tonne zusätzlich
aufgestellt werden.

Das immer wieder vorgetragene Argument, das Sortieren Maschinen zu überlassen, rechnet sich nicht. Es müsste in den dafür erforderlichen Maschinenpark investiert werden. Der Bürger wird allein vom Vorsortieren entlastet, muss aber dafür erheblich höhere Gebühren bezahlen.
Die Rohstoffgewinnung aus dem Abfall, wozu auch abgerissene Gebäude gehören, schont die Ressourcen und ist zu einem unverzichtbaren Wirtschafszweig geworden.

Heinrich Mecke