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Archiv 2008

November: „Christen und Muslime”

„Christen und Muslime, was jeder vom anderen wissen sollte”, war das Thema der Veranstaltung. Pfarrer Böcker beteiligte die Anwesenden am Gespräch, das sich lebhaft entwickelte.

Muslime sind eine Religionsgemeinschaft die nach dem Judentum und
Christentum entstanden ist und sich auf gleiche Wurzeln beruft. Die erste Sure des Korans kann z.B. auch von Christen ohne weiteres akzeptiert werden. Christen und Juden sind im Verständnis der Muslime „Schriftbesitzer“ Bibel und Thora gehören zu den prophetischen Texten. Der später entstandene Koran wird in diesem Zusammenhang als Vollendung verstanden.

Muslime erwarten, dass alle Menschen Moslems werden und man einfach nur
Geduld haben müsse. So wurden ursprünglich Christen und Juden im Muslimischen Machtbereich geduldet und konnten nach Bezahlung ihrer Steuern unbehindert ihren religiösen Pflichten nachgehen. Mohamet war Kaufmann, Krieger und Politiker.

Religion und Politik sind im Verständnis der Muslime eine Einheit. Der Koran ist geoffenbarte Wahrheit. Er ist eine Erklärung aller Dinge und kann daher nicht interpretiert werden. Es ist demnach unzulässig den Inhalt im Bezug auf die historische Bedingtheit zu verstehen. Es gilt allein der arabische Text und der Koran wird immer arabisch vorgetragen.

Jesus ist auch im Koran ein Prophet. Die Kreuzigung Jesu wird abgestritten, da ein Prophet ein solches Schicksal nicht erleiden kann. Die Gemeinschaft der Muslime hat in der Weiterentwicklung Spaltungen nicht verhindern können zumal der Koran erst nach dem Tode Mohamets entstanden ist. Die Auseinandersetzungen werden bis heute teilweise von Gewalt begleitet. Die überwiegende Mehrzahl der Muslime ist friedlich und bereit ein Teil unserer
Gesellschaft zu werden. Im Fokus der Bericht stehen Gewaltexzesse und so wird leicht übersehen, dass es Foren und Gesprächskreise gibt, die einen Ausglich und den gegenseitigen Respekt der Weltreligionen anstreben und gestalten. Die erste gemeinsame Erklärung des katholisch-muslimischen Forums ist ein prominentes Beispiel dieser Entwicklung.

Den Frauen sind im Koran, verglichen mit den früheren Zeiten, erstmals Rechte zugestanden worden, die freilich nach unserem Verständnis eine männliche Bevormundung nicht ausschließen. In die Bundesrepublik sind Menschen aus ländlichen Gegenden der Türkei, aus einer noch teilweise mittelalterlich geprägten Gesellschaft eingewandert. In der Bundesrepublik sind sie in die Moderne geraten und so wird die Familie mit ihrer archaischen
Tradition als Halt und Rückzuggebiet akzeptiert. worunter dann die Frauen besonders leiden, da das in der Dorfgemeinschaft funktionierende Beziehungsgeflecht nicht mehr existiert.

Es kommt darauf an die Muslime als Teil unserer Gesellschaft anzunehmen und auch ihre Feste zur Kenntnis zu nehmen. Man sollte sich nicht scheuen muslimische Nachbarn einzuladen und auch Ihre Feste mitzufeiern.

Heinrich Mecke